Der sogenannte Alte Schiffsanker auf der Wiener Donauinsel ist ein historischer vierarmiger Schiffsanker, auch Draggen genannt. Er wurde am 21. April 1975 während der Bauarbeiten für die Neue Donau und die Donauinsel entdeckt. Die Arbeiter fanden ihn bei Aushubarbeiten im Bereich eines ehemaligen Donauarms, wo er vermutlich über viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte im Flusssediment verborgen gelegen hatte. Nach seiner Bergung wurde der Anker als Denkmal auf der Donauinsel aufgestellt.
Der Fund erinnert daran, dass das Gebiet der heutigen Donauinsel früher Teil einer weit verzweigten Flusslandschaft war. Vor der großen Donauregulierung im 19. Jahrhundert änderte die Donau häufig ihren Verlauf und bildete zahlreiche Nebenarme, Inseln und Auwälder. Auf diesen Wasserwegen fand reger Schiffsverkehr statt, sodass der Anker als Zeugnis der historischen Schifffahrt auf der Donau gilt. Seine Entdeckung während des Baus der Donauinsel machte sichtbar, welche Spuren der Vergangenheit noch im Untergrund der ehemaligen Flusslandschaft verborgen waren.
Heute dient der Alte Schiffsanker als Erinnerungsstück an die Geschichte der Donau, an die frühere Schifffahrt und an die gewaltigen Bauarbeiten, durch die die Donauinsel und die Neue Donau als Hochwasserschutzprojekt entstanden sind. Er verbindet damit die Geschichte des Flusses mit der modernen Entwicklung Wiens und macht die Veränderungen der Donaulandschaft über die Jahrhunderte hinweg anschaulich.