Das Medaillon in den Stallungen des Hoftraktes der Hermesvilla zeigt in plastischer Ausarbeitung den Kopf eines Jagdhundes, der mit seinen langen, herabhängenden Ohren, der schmalen Schnauze und dem sanften, wachsamen Ausdruck an einen Vorstehhund, vermutlich einen Weimaraner, erinnert. Als Hochrelief tritt der Kopf deutlich aus der Wand hervor und ist in einen kreisförmigen Rahmen aus radial angeordneten Ziegelsteinen eingefasst. Die fein modellierten Gesichtszüge und die lebendige Darstellung verleihen dem Tier eine würdevolle Präsenz. In diesem Kontext ist das Motiv nicht nur dekorativ, sondern verweist auch auf die Funktion der Stallungen innerhalb eines Areals, das eng mit Jagd und höfischer Tierhaltung verbunden war.

Die Hermesvilla in Wien, gelegen im Lainzer Tiergarten, wurde im späten 19. Jahrhundert als Rückzugsort für Kaiserin Elisabeth von Österreich errichtet und war von Anfang an Teil eines weitläufigen kaiserlichen Jagdgebiets. Kaiser Franz Joseph I. ließ die Villa als „Schloss der Träume“ erbauen, um seiner Gemahlin einen Ort der Ruhe und Naturverbundenheit zu schenken. Die kunstvolle Gestaltung beschränkte sich dabei nicht nur auf das Hauptgebäude, sondern bezog auch die Nebengebäude wie Stallungen und Wirtschaftsbereiche mit ein. Das Jagdhund-Medaillon fügt sich somit in ein Gesamtkonzept ein, das die Bedeutung der Jagd und der Tierhaltung für das kaiserliche Leben im Lainzer Tiergarten widerspiegelt und selbst funktionale Bereiche ästhetisch aufwertet.

Objektfotos
Wien 3D - Schloss Schönbrunn - Medaillon
Wien 3D - Schloss Schönbrunn - Medaillon

Standort



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