Die Grabfigur am Wiener Zentralfriedhof zeigt eine trauernde weibliche Gestalt in einem langen, bodenlangen Gewand. Ein schwerer Mantel oder Schleier bedeckt Kopf und Schultern und umrahmt das nach unten geneigte Gesicht. Die tief liegenden Augen und die zurückhaltende Körperhaltung vermitteln stille Trauer und innere Versunkenheit.
Mit der rechten Hand führt die Frau einen Teil ihres Gewandes an das Gesicht, als würde sie damit Tränen trocknen oder ihr Gesicht im Schmerz verbergen. Der andere Arm hängt nahezu regungslos herab. In der Hand hält sie eine einzelne Blume, deren Blüte nach unten weist. Sie kann als Zeichen des Abschieds, der Vergänglichkeit und des Gedenkens an die verstorbene Person verstanden werden.
Die langgezogene, leicht gebeugte Haltung und die schweren, weich fallenden Gewandfalten verstärken den melancholischen Ausdruck der Figur. Auf ausladende Gesten wird vollständig verzichtet; die Darstellung konzentriert sich auf einen stillen, persönlichen Moment der Trauer.