Das Kunstwerk „Maaaaash!“ (2026) von Folke Köbberling ist eine ungewöhnliche Skulptur im öffentlichen Raum Wiens, die auf den ersten Blick wie ein luxuriöses SUV erscheint. Tatsächlich handelt es sich um eine detailgetreue 1:1-Nachbildung eines Geländewagens – jedoch nicht aus Metall, sondern aus einem speziell entwickelten, biologisch abbaubaren Verbundmaterial. Die Skulptur ist bewusst den Witterungseinflüssen ausgesetzt und beginnt im Laufe der Zeit zu zerfallen. Während echte Autos den Stadtraum oft dauerhaft dominieren, verwandelt sich dieses Objekt langsam in etwas völlig anderes: Es bietet Lebensraum für Pflanzen und Mikroorganismen und wird Teil eines natürlichen Kreislaufs.
Inhaltlich versteht sich das Werk als kritische Auseinandersetzung mit der Autokultur und ihrem Einfluss auf urbane Räume. Köbberling thematisiert den zunehmenden Platzverbrauch durch immer größere Fahrzeuge sowie die Versiegelung von Flächen in Städten. „Maaaaash!“ stellt damit die Frage, wie widersprüchlich unser Umgang mit Ressourcen ist, gerade im Kontext der Klimakrise. Indem das Symbol für Status und Mobilität allmählich zerfällt, entsteht ein poetischer Gegenentwurf: ein Objekt, das nicht Besitz und Dauerhaftigkeit repräsentiert, sondern Wandel, Vergänglichkeit und Rückführung in die Natur.
Eingebettet ist die Arbeit in die Klima Biennale Wien 2026, ein stadtweites Festival, das sich künstlerisch mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinandersetzt. Die Biennale verbindet Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft und bringt zahlreiche Installationen direkt in den öffentlichen Raum. „Maaaaash!“ ist dafür ein prägnantes Beispiel, denn es verändert die Wahrnehmung eines alltäglichen Gegenstands und regt zum Nachdenken über die Zukunft unserer Städte an. So wird die Skulptur nicht nur zum Kunstobjekt, sondern auch zum Impulsgeber für eine kritischere Betrachtung unseres Lebensstils.