Das Maramureser Tor, ein reich verzierter hölzerner Durchgang, befindet sich seit 2006 im Laaer Wald im 10. Wiener Gemeindebezirk. Das Holztor war ein Geschenk Rumäniens anlässlich der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft. Es ist mit einer Vielzahl christlicher und heidnischer Symbole kunstvoll geschmückt. Das Kunstwerk stammt vom renommierten Holzschnitzer Meister Toader Bârsan aus der Ortschaft Bârsana in der Region Maramureș.
Die traditionellen Tore aus der Region Maramureș sind weit mehr als bloße Eingangstore. Sie gelten als Statussymbol, Schutzzeichen und kulturelles Erkennungsmerkmal der Region. Mit ihren massiven Holzsäulen und dem weit auskragenden Dach markieren sie symbolisch den Übergang vom öffentlichen Raum in den privaten, geschützten Bereich der Familie.
Die kunstvollen Schnitzereien tragen eine tief verwurzelte Symbolik: Kreuze, Rosetten, Sonnenräder, Seile und Lebensbäume stehen für Glauben, Fruchtbarkeit, Gemeinschaft, Ewigkeit und den Schutz vor Unheil. Die Verbindung von christlichen und vorchristlichen (heidnischen) Motiven ist typisch für die Volkskunst Maramureș’ und spiegelt eine jahrhundertealte Tradition wider, in der Spiritualität, Naturverbundenheit und Alltagsleben eng miteinander verknüpft sind.
Solche Tore werden traditionell von erfahrenen Meistern gefertigt und oft über Generationen hinweg weitergegeben. Sie sind bis heute ein starkes Symbol für Identität, Handwerkskunst und kulturelles Erbe der Region.